Freitag, 18. Juli 2014

Ordnung

Eigentlich bin ich ein sehr ordentlicher Mensch. Ich hasse Unordnung. Ich habe auch sehr früh gelernt, wie Ordnung funktioniert. Mein Vater - Handwerker - hatte immer Ordnung in seinen Werkzeugen und Instrumenten. Eine Selbstverständlichkeit. Und dieses Gefühl für Ordnung wurde selbstverständlich auch auf mich übertragen. Mein Kinder- und Jugendzimmer war immer ordentlich. Alles hatte seinen Platz und das war auch gut so. Aber...

Dieser Eintrag beginnt nicht ohne Grund mit "eigentlich". Ich habe zwar das Gefühl für Ordnung nach wie vor nicht verloren, aber ich komme dem nicht mehr so häufig nach. Ich lasse es schleifen. Egal ob Zuhause oder auf der Arbeit. Überall macht sich ganz langsam Chaos breit. Und das nervt mich. Gewaltig. Das muss sich wieder ändern. Ich brauche einfach mal wieder ein bisschen mehr Zeit für mich, um mir Gedanken über alles machen zu können. Um die Ordnung wieder herstellen zu können. Denn nur das Genie beherrscht das Chaos. Ihr versteht!

Dienstag, 15. Juli 2014

Ingress für jedermann

Es ist soweit. Ingress gibt es jetzt auch für iOS. Eine Flut von neuen Agenten kommt auf uns zu. Für blau und grün. Ich sehe diesen Ansturm allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen. Es ist jetzt schon stellenweise grenzwertig, wie miteinander umgegangen wird. Je mehr Menschen mehr oder weniger anonym aufeinandertreffen, desto häufiger kommt es auch zu unangemessenen Auseinandersetzungen. Grund genug für mich, mir über meine Rolle in diesem Spiel Gedanken zu machen. Bisher habe ich immer versucht mich herauszuhalten, jede Art von Streit zu ignorieren. Aber wie lange kann ich das noch, wenn die "Einschläge" immer näher kommen?! Ich möchte mich eigentlich nicht an einem Spiel aufreiben, das zum Zeitvertreib und zur Unterhaltung dienen soll. Mir bleibt also erstmal nur die Hoffnung, dass trotz der Masse an neuen Spielern der Umgang untereinander weiterhin von Anstand und Respekt geprägt sein wird.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Hochalpine Wanderwoche


Im September geht es zum Wandern in die Alpen. Genaugenommen nach Terenten, Südtirol. Geplante Wandertouren für Anfänger und Fortgeschrittene inklusive. Ich freue mich auf viel frische Luft und viel Natur. Da wir in einer organisierten Gruppe reisen, wird es nächste Woche eine Vorbesprechung geben, damit letzte Vorbereitungen rechtzeitig getroffen werden können.

[...]Von unserem komfortablen ****-Hotel Terentnerhof im Ort Terenten in schöner Panoramalage werden wir ausgiebige Tagestouren, Gipfel- und Hüttentouren unternehmen[...].

Um das Panorama ordentlich einfangen zu können, möchte ich mir noch eine kleine Kompaktkamera zulegen. Vermutlich die Panasonic Lumix DMC-FT5 mit GPS und WLAN-Funktion. Dann kann ich mein Handy während der Wanderung im Hotel lassen und mich voll und ganz auf die schöne Natur konzentrieren.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Wie man es gerade braucht

"Nehmt den alten Menschen ihre Smartphones weg. Ich kann diese Fußballwitze von gestern Abend nicht mehr hören."

Im täglichen Leben bekommt man von den Bewohnern von Neuland immer wieder zu hören, dass man ja ständig und immerzu nur auf sein Handy starren würde und ob man das Ding nicht endlich mal beiseite legen könnte. Genau diese Bewohner halten dir jetzt - nach einem 7:1 Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien - stolz ihr Handy unter die Nase und zeigen dir nochmal alle lustigen Bilder und Videos die sie zum Thema geschickt bekommen haben, nur um dir kurz darauf wieder vorzuwerfen, was sie dir eben vorzuwerfen haben. Anstrengend!

Donnerstag, 3. Juli 2014

Katzenbesitzer

Letzte Woche berichtete ich, dass wir jetzt einen Kater haben. Also so ein Tier auf Samtpfoten, nicht die Beschwerden nach ausgiebigen Alkoholkonsum. Gestern twitterte Dominic einen Link zu einem Artikel des Stern, in dem es um "23 nervige Dinge, die jeder Katzenbesitzer kennt" geht. Britta antwortete darauf mit "Ja, in allen Punkten", Frauke behauptete hingegen "In nur einigen Punkten". Ich werde mich hier und jetzt mal um eine Antwort für jeden einzelnen Punkt bemühen. Meine bisherigen Erfahrungen:

1. Zur Tür rennen, um den Pizzaboten zu empfangen - und sich auf dem Weg dahin fast das Genick brechen, weil die Katze genau zwischen die Beine läuft.
"Pizzabote empfangen" ist hier ein Synonym für "in die Küche gehen", "ins Bad gehen", "ins Schlafzimmer gehen", "von A nach B gehen", "gehen".
Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

2. Von wegen Lego-Steine. Barfuß auf Katzenstreu treten - das nervt! Tut vielleicht nicht ganz so weh, dafür ist es aber auch in den Schuhen. Und in den Socken.
Was soll ich sagen? Es ist ein herrliches Gefühl. Nicht! Aber man hat es tatsächlich überall. Unser Kater rennt nämlich nach jedem Geschäft wie von der Tarantel gestochen aus seinem Klo und verteilt damit sein Streu in der ganze Wohnung. 
Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

3. Haare, Haare überall.
Das hält sich in unserem Fall in Grenzen. Ja, es liegen überall Haare herum. Aber deutlich weniger als ich schon bei anderen Katzenbesitzern gesehen habe. Ist halt rasseabhängig. 
Dieser Punkt trifft zu 50% zu.

4. Besuchern erklären, warum sie vor dem Verlassen der Wohnung besser den Fusselroller benutzen.
Nein, keine Ahnung was damit gemeint ist. Vermutlich geht es um Punkt 3 in erweiterter Form. 
Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

5. Überhaupt hat man den Fusselrollenverschleiß eines ganzen Dorfes.
Wieder nein. Ich verweise hier auf Punkt 3 und 4. 
Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

6. Den damit einhergehenden, schleichenden und doch unvermeidlichen Verlust jeden Katzenhaarallergikers aus dem Freundeskreis.
Bisher haben sich nur zwei bekennende Allergiker zeitgleich mit dem Kater in unserer Wohnung aufgehalten. Beide zeigten keine ernsthaften Symptome. Vielleicht ein wenig Unbehagen. Könnte aber auch psychisch gewesen sein. Oder an den Tabletten liegen, die vorher eingenommen wurden. 
Dieser Punkt trifft zu 30% zu.

7. Besuchern außerdem erklären müssen, warum sie in DER Sofaecke jetzt leider nicht sitzen können. Die Katze könnte schließlich jederzeit Anspruch auf ihren Lieblingsplatz erheben und sehr ungehalten werden.
Unser hat keinen Lieblingsplatz. Er sitzt mal auf dem Sofa, mal im Regal ganz oben, mal auf meiner Sporttasche, mal auf seinem Kratzbaum und mal auf dem Balkon. Er hat noch nie Anspruch auf einen dieser Plätze erhoben, wenn wir dort verweilten. 
Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

8. Keine plausible Erklärung für das finden, was die Katze mit den Schuhen macht und sich ein bisschen dafür schämen.
Er hat unsere Schuhe bis jetzt komplett ignoriert. Er hat nur mal seine Nase in meine Schuhe gehalten. Muss ihm wohl gereicht haben. 
Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

9. Morgens schon vor dem Weckerklingeln geweckt werden. Gern mit einem beherzten Sprung auf den Bauch, mit Tatzenschlägen ins Gesicht oder schmerzhaftem Gelecke der rauen Katzenzunge an derselben Stelle.
Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

10. Tütenweise ausgefallenes, ungenutztes Katzenspielzeug im Schrank. Es wird lieber leidenschaftlich Papier zerfetzt und in der Wohnung verteilt.
Ja und nein. Er hat eine ganze Menge Katzenspielzeug in der Wohnung verteilt. Und er spielt auch immer mal wieder damit. Zusätzlich nimmt er aber auch gerne jeden neuen Karton entgegen. Er liebt Kartons. Aber er zerfetzt sie nicht. 
Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

11. Ähnlich verhält es sich mit der Kratzbaumlandschaft - warum die nehmen, wenn sich das Ledersofa doch sooo viel besser anfühlt unter den Krallen?
Wir haben zwar kein Ledersofa, aber er liebt es, sich am Sofa entlang über den Boden zu ziehen. Entsprechend sieht das Sofa auch aus. Trotzdem verschmäht er seinen Kratzbaum nicht gänzlich. Auch an ihm wetzt er sich ab und an die Krallen ab. 
Dieser Punkt trifft zu 50% zu.

12. Durch trommelfellzerfetzendes Miauen geweckt werden, von einem Wohnungsbrand ausgehen - und dann ist nur der Futternapf nicht voll genug.
Nein, er "möfft" nur und kratzt ein wenig an Türen. Herzzerreißendes Miauen war jetzt noch nicht wirklich dabei. Nur als er mal nach draußen wollte, um die Welt zu erkunden. Aber das war immer noch im Rahmen.
Dieser Punkt trifft zu 30% zu.

13. Zimmerpflanzen ganz nach oben stellen müssen, weil sie ausnahmslos für Katzengras gehalten und angefressen werden.
Er fraß mal die Deko auf dem Balkon. Aber ansonsten ist er pflanzentechnisch eher uninteressiert. Keine Pflanze musste bisher ihren Tod durch Vertilgung fürchten.
Dieser Punkt trifft zu 30% zu.

14. Sein Notebook nicht benutzen können, weil die Katze gerade darauf schläft.
Kommt immer mal wieder vor. Aber meistens liegt das Notebook nicht katzengerecht unterm Tisch. Da muss man einfach mal ein bisschen clever sein.
Dieser Punkt trifft zu 30% zu.

15. Streichel mich. Streichel mich. Streichel mich. BEISS! Ja, hier ist schön. Hier ist seeehr schön. Wunderbar. KRATZ!
Er legt sich auf den Rücken, streckt sich so weit er kann und wartet auf Streicheleinheiten, die er natürlich auch prompt bekommt. Plötzlich schnappt er sich meine Hand und tritt mit den Hinterläufen zu. Das passt zwar gut auf die Beschreibung zu Punkt 15, läuft aber im Vergleich zu anderen Katzen relativ sanft ab, denn er benutzt selten seine Krallen. Wenn es ihm dann doch mal passiert, leckt er beschwichtigend meinen Arm.
Dieser Punkt trifft zu 80% zu.

16. Das Haarbällchen-Hochwürg-Geräusch, das selbst im Tiefschlaf Alarmbereitschaft auslöst.
Macht er einfach nicht. Könnte mit den Punkten 3 bis 5 zusammenhängen.
Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

17. Ignoriert werden.
Kann er. Macht er aber immer seltener. Abgesehen davon, dass ich mich ihm aufdränge, wenn er es mal wieder versucht.
Dieser Punkt trifft zu 50% zu.

18. Sich beim Sex beobachtet fühlen. Weil man beobachtet wird.
Wir haben keinen Sex.
Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

19. Hinterhältige, nasenschleimhautperforierende Pupse. Das etwas, was so niedlich aussieht, derart stinken kann.
Er pupst nicht. Oder ich stinke dagegen an. Jedenfalls hatte ich bisher noch keine Tränen in den Augen.
Dieser Punkt trifft zu 0% zu.

20. Sich für den Körperumfang des Stubentigers mit "Das ist bloß Winterfell" oder "Er ist eben kastriert" rechtfertigen.
Er ist eben kastriert.
Dieser Punkt trifft zu 100% zu.

21. Keinen Karton stehen lassen können, ohne das die Katze ihn sofort in Besitz nimmt. Und anschließend in seine Einzelteile zerlegt.
Hatte ich ja bereits erwähnt. Aber er zerlegt sie nicht. Er hüpft lieber rein und wieder raus und wieder rein und wieder raus... oder lässt sich darin durch die Wohnung ziehen.
Dieser Punkt trifft zu 80% zu.

22. Wenn man die Katze finden will, legt man einfach frisch gewaschene und gebügelte Klamotten aufs Bett.
Noch nicht ausprobiert. Könnte aber funkionieren.
Dieser Punkt trifft zu 10% zu.

23. Und schließlich das geheime Wissen: Die Menschheit bräuchte aufgrund der schier unendlichen Biomasse-Produktion keine Atomkraft mehr, wenn es gelänge, Energie aus Katzenhaaren zu gewinnen.
Als letzten Punkt hätte ich mir einen echten Knaller gewünscht. Zum Beispiel: "...die Menschheit bräuchte aufgrund des Katzengenerators keine Atomkraft mehr, wenn es gelänge, Energie daraus zu gewinnen." Stattdessen kann ich nur wieder auf die Punkte 3 bis 5 verweisen.
Dieser Punkt trifft zu 0% zu.


EDIT 05.07.2014 17:00 Uhr: auf dem gestrigen Bloggerstammtisch wurde die Idee geboren, aus diesem Beitrag ein Blockstöckchen zu machen. Hiermit getan. Und ich werfe es Frauke und Britta zu. Viel Spaß!

Mittwoch, 2. Juli 2014

Komplimente

Kann ich! Man nennt mich gerne mal Chameur oder auch Schleimer. Je nach dem wie das Kompliment bei meinem Gegenüber so ankommt. Was ich allerdings nicht so gut kann, ist Komplimente entgegen nehmen. Vor allem nicht, wenn sie übertrieben sind oder ganz besonders nicht, wenn sie eigentlich gar nicht für mich bestimmt sind. Ich schmücke mich ungern mit fremden Federn. Die stehen mir einfach nicht. Und außerdem bin ich auch ohne sie ein ziemlich hübscher Junge. Danke für das Kompliment.